Analkrebs / Analkarzinom
hat nichts mit Dick- oder Mastdarmkrebs dem klassischen Darmkrebs zu tun und entsteht nicht aus der Darmschleimhaut oder aus Polypen.
Es handelt sich eine Krebserkrankung der Haut um den After oder des Afterkanals d.h. innerhalb der ersten 3-4cm von aussen gesehen und handelt sich um sog. Plattenepithelkarzinome. Damit ist Analkrebs eher mit dem Haut- als dem Darmkrebs "verwandt".
Die Neuerkrankungsrate liegt in Deutschland bei etwa 1 bis 2 Erkrankungen pro 100.000 Einwohner pro Jahr. Obwohl der Tumor insgesamt selten ist, steigen die Neuerkrankungsraten seit Jahren kontinuierlich an.
Zu 90% besteht ein Zusammenhang mit einer Infektion durch menschliche Papillomaviren (Humaner PapillomaVirus - HPV) v.a. dessen Hochrisikovarianten HPV 16 und 18 (>200 Varianten bekannt). Die Entstehung des Analkrebs erfolgt über Krebsvorstufen und dauert meist viele Jahre.
Dies wiederum macht für manche Menschen eine Analkrebsvorsorge durch eine sog. HighResolution Anoskopie (HRA) sinnvoll.
- Werden hierbei sog Anale Intraepitheliale Neoplasien (AIN im internationalen Sprachgebrauch HSIL highgrade squamous intraepithelial lesions) festgestellt und entfernt, kann Analkrebs weitgehend zuverlässig verhindert werden.
Diese Personengruppen sollten eine Analkrebsvorsorge durchführen lassen
Menschen bei denen höhergradige Anale Intraepitheliale Neoplasien (AIN II-III) festgestellt wurden v.a. wenn diese auf sog. High Risc HPV Varianten 16 und 18 zurückzuführen sind
- 1x/Jahr lebenslang
Menschen bei denen intraanal Kondylome festgestellt und erfolgreich u.U. auch operativ behandelt wurden
- zumindest einmalig
Frauen bei denen iR der gynäkologischen Vorsorge HPV assoziierte Veränderungen an Scheide oder der Gebärmutterhals festgestellt wurden (VIN/CIN II-III) - v.a. auch wenn eine sog. Konisation erfoderlich wurde - generell alle bei denen iR des gyn. Abstrichs die sog. High Risc HPV Varianten festgestellt wurden
- zumindest einmalig
HIV positive, homosexuelle Männer v.a. wenn in der Vergangenheit Kondylome festgestellt und behandelt wurden
- 1x/Jahr lebenslang
Langjährig Immunsupprimierte v.a. Organtransplantierte - nach 10 Jahren
- zumindest einmalig
Eine HPV Impfung schützt gegen diese Erkrankung, allerdings nur wenn nicht bereits eine Infektion besteht. Falls in der Zukunft die Mehrzahl aller Kinder und Jugendlichen diese Impfung erhalten sollten, wird die Erkrankung möglicherweise in den nächsten Jahrzehnten "verschwinden".
Symptome & Diagnose
Symptome
Oft finden sich außer einer (oft schmerzlosen) Schwellung wenig Beschwerden. Analkanalkarzionome d.h. Tumore, die innen liegen, sind oft mit Schmerzen verbunden.
Diagnose
Die Diagnose wird durch Inspektion (Gewebsauffälligkeit der Afterhaut) ggf. die HighResolution Anoskopie und Entnahme einer Gewebeprobe gestellt.
Bestätigt sich die Diagnose Krebs werden weitere Untersuchungen durchgeführt, um eine Fernabsiedlungen (Metastasen) auszuschließen und das lokale Ausmaß der Krebserkrankung einzugrenzen (MRT des Beckens, CT von Brust- und Bauchraum)
Therapie
Die Therapie der Wahl ist eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie mit der Heilungserfolge von fast 90% erzielt werden.
Eine Operation wird nur selten bei sehr kleinen Tumoren (Anfangsstadium) durchgeführt, wenn hierdurch eine Heilung erzielt werden kann, ohne dass hierdurch z.B. der Schloeßmuskel geschädigt wird. Wenn durch Bestrahlung und Chemotherapie keine Heilung erreicht werden konnte, muss ggf. auch operiert werden.